Spirit Tour 2019 — Update 24.5.

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Der Tag begann mit einem Interview mit der Lokalpresse. Die Redakteurin ist ein Gemeindeglied und eine engagierte Kindergartenmutter. Es gab dabei auch viel zu lachen.

Die Andacht hielt ich in der Kasendorfer Kirche von Bikerpfarrer Stefan. Thema war das Motiv der Sonne auf der Werbung für die Spirit Tour und dem Kirchenlied „Sonne der Gerechtigkeit“. Die Sonne steht auf dem Plakat für den offenen Horizont des Glücks, das auch beim Motorradfahren von uns erlebt wird. Die „Sonne der Gerechtigkeit“ steht zugleich für Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden und uns nahe ist. Das Lied weist uns darauf hin, dass das Glück des Einzelnen immer auch zusammenhängt mit dem Glück anderer Menschen. Darum hat Glücklich-Sein stets eine soziale Dimension, die Gerechtigkeit, Frieden, Barmherzigkeit und Verantwortung umfasst. Das Persönliche und das Politische gehören in Gottes Namen zusammen.

Nach der Andacht erläuterte Stefan die Reformationsbilder in der Kirche.

Dann widmete die Spirit Gruppe sich dem Glück des Motorradfahrens bei wunderbarem Wetter in der Fränkischen Schweiz. Die Nordlichter übten das Kurvenfahren und wurden darin immer besser. Ein echter Motorrad-Genuss-Tag! Wir besuchten u.a. die Wiesentquelle

und bemerkten, dass hier die Wiesen viel bunter und blumengeschmückter sind als anderswo auf unserer bisherigen Tour. Die Luft duftet nach frisch geschnittenem Heu statt unaufhörlich nach Gülle als Nebeneffekt der Massentierhaltung in anderen Regionen. Bei aller Sympathie für Europa und die Landwirtschaft finden wir, dass hier die real existierende Agrarpolitik mit ihrer strukturellen Förderung der Agrarindustrie etwas nachjustiert werden könnte.

Bikerpfarrer Stefan führte uns zu einem ehemaligen Nato-Stützpunkt, an dem einst atomar bestückte Pershing-II-Raketen stationiert waren.

Es war einer der Zielpunkte, vielleicht auch einer der Startpunkte, für einen atomaren Erstschlag in der Zeit des Kalten Krieges.

Nun wurde er von (sehr konservativen) katholischen Schwestern in einen spirituellen Ort konvertiert. Konservativ und Konversion passt hier gut zusammen …

Ich erinnere mich dabei an eine Begegnung mit Michail Gorbatschow zur Verleihung des Augsburger Friedenspreises im Augsburger Rathaus. Er erzählte damals, informiert als ehemaliger Präsident der UdSSR und Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte, wie nahe die Welt schon öfter am atomaren Abgrund stand. Ich bin wieder einmal dankbar, dass diese Erde bewahrt wurde und der Frieden auf der Grundlage der „versöhnten Verschiedenheit“ immer noch eine Chance hat.

Zwischendurch hatte ich immer wieder telefonische Pressekontakte. Mit dem Navi konnte immer mich wieder mit der Restgruppe an vereinbarten Punkten treffen, wenn ich durch das Handy den Anschluss verlor. Mit einem Filmteam vereinbarte ich Aufnahmen der Andacht, die am Dienstag an einem passenden Platz bei den christlichen Bikern in Württemberg wiederholt werden soll. Bis nach Ostfriesland reichen die Kontakte, die uns regelmäßig über die Medien begleiten. Dank an alle Kommunikationspartner!

Am späten Nachmittag hatten wir eine Begegnung mit der Thurnauer Dekanin Martina Beck (2.Reihe, rechts mit blauem Kleid).

Sie gab eine Einführung in die Hauptkirche des Dekanat St. Laurentius in Thurnau und das Leben des Dekanats. Unser Gespräch entzündete sich an dem Impuls „Wir wollen die christliche Bikerszene vernetzen.“ Auch ihr ist es ein Anliegen „Vernetzungen“ zu fördern und nimmt genauso wie wir wahr, dass es mitunter nur schwer gelingt. Das Deckenfresko „Pfingsten“ über der Dekanin in der Kirche kommentiert, dass Vernetzung und Verstehen wohl ein „unverfügbares“ Geschenk des Heiligen Geistes ist. Darum können wir nur „Räume für Vernetzungen anbieten. Aber niemand wird ausgegrenzt, wenn er sie nicht nutzt. Die Gesamtsituation verändert sich auch auch, wenn sich zuerst nur manche vernetzten“, so Dekanin Braun. Manchmal gelingt es, dass verschiedene Gaben und Menschen zusammenfinden. So Gott will …

Hier in der Region, nämlich in Kulmbach, findet auch das größte Motorradtreffen in Bayern statt. Sie unterstützt Stefan und „Kirche und Krad“ (KuK) darin, zu diesen Anlässen einen regelmäßigen Motorradgottesdienst anzubieten.

Abends nahmen wir noch an einem Jugendgottesdienst in Stefans Gemeinde teil und wurden danach mit Gegrilltem verwöhnt.

Andrea, eine Bikerin aus Stefans Gemeinde, war mit ihrer top-gepflegten „Gummikuh“ dabei und schwärmte im wunderbaren fränkischen Dialekt, wie sehr ihr das Motorradfahren gefällt und wie es einfach zu ihr und ihrer Persönlichkeit passt.

Wir haben sie und Franken ins Herz geschlossen. Danke und bis hoffentlich bald wieder!

Written by

Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

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