Spirit Tour 2019 — Update 23.5.

Heute haben wir das Wunder erlebt: Menschen sind lernfähig. Es gibt Hoffnung also für alle. Kurz: Gestern noch dachten Bikerpfarrer Holger und ich, dass es diese Gruppe nicht schaffen wird, rechtzeitig und geordnet nach Suhl zu kommen. Wir wollten darum die Gruppe teilen.

Aber (siehe Vortag) die Gruppe entschied anders. „Wir wollen gemeinsam fahren und es wird klappen. Franks Notfallplan wird als Plan B angenommen“, war einmütig zu hören. Und so wurde es versucht. Kradapostel Wolfgang wurde verabschiedet, weil er zurück nach Hamburg musste, und Kradapostelin Petra wurde neu aufgenommen. Und dann ging es los. Das Ergebnis fasste Kradapostel Marko in die Worte: „Geile Truppe“ und der Reste ergänzte „geile und flotte Fahrt durch wunderschöne Landschaften. Das war die Meisterprüfung in Gruppendisziplin“. Es ging bis nach Suhl in das super interessante Fahrzeugmuseum. Petra bekam von Marko eine Sonderführung darin.

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Zur gleichen Zeit schlenderten andere durch Suhl und entdeckten Motive, die zum Spirit der Spirit Tour passen. Wieder andere nahmen Kontakt zu Einheimischen und Passanten auf, um über unser Projekt uzu informieren,

Weiter ging es nach Franken, genauer nach Coburg, zur Stafettenübergabe an das Süd-Team. Bikerpfarrer Stefan aus Kasendorf übernahm und führte die Gruppe ein u.a. mit Hilfe seine Ehrenamtsteams

- in die Geschichte der Veste Coburg (Martin Luther war hier während der Verhandlungen mit Kaiser Karl V. in Augsburg. Wir werden darauf später, nämlich in Augsburg, zurück kommen.)

  • in die kurvigen Straßen Oberfrankens (genial auch in der Kleingruppe! Toll! Stefan fährt auf den ältesten Motorrädern die flinksten Kurven. Respekt! An der Quelle des Weismains trafen wir einen Biker, der gerade seine MV Agusta Brutele pflegt und laden ihn ein, zur Spirit Tour dazu zu kommen),

- in den fränkischen Dialekt und die sich damit ausdrückende fränkische Seele

- und zu Anke Friedrich in den genial-authentischen Gasthof in Kasendorf.

Nach der Stafettenübergabe auf der Veste kehrten wir übrigens dort auch ein, und wurden von der Bedienung mit den Worten begrüßt: „Ich kenne Sie. Sie kamen heute Morgen um 8.30 auf Antenne Bayern, als ich zur Arbeit gefahren bin.“ Dank an unsere Kommunikationspartner! Das finden wir echt stark.

Ich hielt auf der Veste eine Kurzandacht zum Thema 70 Jahre Grundgesetz in Verbindung zu unserem „roten Faden“, der immer wieder in die Worte „versöhnte Verschiedenheit“ gefasst wird. Ich fand es nämlich bemerkenswert, dass die Nachrichten zum Grundgesetz-Jubiläum am Morgen noch in den Online-Nachrichten zu finden waren, aber am Nachmittag um 15 Uhr bei der Stafettenübergabe schon verschwunden und von anderen Nachrichten überdeckt waren (zumindest auf ntv-mobil). Mir ist das Grundgesetz in Art. 1, Satz 1 sehr, sehr wichtig: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das ist die meines Erachtens die weltliche Gestalt des Evangeliums, der Botschaft, dass Gott uns Menschen in Liebe erschaffen hat und die Treue hält — trotz allem.

Diese Grundhaltung, finde ich, ist nirgends zu kaufen, nicht herleitbar, sondern ein Geschenk. Seit weit über 2500 Jahren ist dieses Fundament der Menschenwürde in der Bibel gelegt durch die Worte im Schöpfungsbericht der Bibel (Gesesis 1): „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn als Mann und als Frau.“ Gott sei Dank wurde diese Nachricht bisher nicht gelöscht.

In Kasendorf nahmen wir am Abend auch den neuen Kradapostel Peter auf. Er kam nach acht Stunden Fahrt aus Kempten an und wird auch als Tourguide die Gruppe nach Urbach und dann nach Kempten führen. Es war auch ein Spirit-Geschenk, wie schnell er als „Neuer“ im Kernteam in die Gruppe aufgenommen wurde.

Kradapostel Marko, der morgen wieder zurück in den Alltag muss, bekam eine von allen signierte Kradapostel-Gelbweste als Abschiedsgeschenk. Er fasste den Tag und die Spirit Tour sehr persönlich in sehr wertschätzenden Worten zusammen: „So etwas tolles und gutes für meine Seele habe ich noch nie erlebt …“

Und in Gedanken füge ich hinzu: „ … und außerdem wurden wir wunderbar vor Wassermassen verschont. Halb Süddeutschland erfuhr Wolkenbrüche und wir fanden Wolken und Nebel einfach nur mystisch, ohne dass wir ein einziges Mal richtig nass geworden sind.“

Written by

Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

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