Lebenszeichen von Frank in Corona-Zeiten am Tag der Arbeit, den 1.5.2020

Image for post
Image for post
im Winter ab der Ifen-Talstation

Berge versetzen durch Arbeit …

Heute ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit, ein Feiertag.

Es ist kein kirchlicher Feiertag. Trotzdem steht er in einer sehr guten jüdisch-christlichen Tradition und erinnert uns daran, dass Gott in der Schöpfung den Menschen erschaffen hat

Die Bibel drückt dies auf den allerersten Seiten aus und nutzt dazu die Aussage, dass der Mensch als “Ebenbild Gottes” erschaffen wurde und in seinem Auftrag sich um die Schöpfung kümmert. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass das Paradies, Eden, die ursprüngliche Schöpfung als Garten angelegt war … eben der “Garten Eden”.

Die vergangenen Tage habe ich ja eher als Pfarrer, Prediger, Theologe, Seelsorger und Traumatherapeut diesen Blog gestaltet und kommentiert.

Heute will ich als “Dekanatsbeauftragter für die Industrie- und Sozialarbeit” etwas formulieren, das mir ganz wichtig ist:

Ich glaube, dass jeder Mensch gern arbeitet, weil Gott uns als schöpferische und kooperierende Wesen erschaffen hat. Arbeit macht uns Spaß. Da werden Glückshormone ausgeschüttet, weil wir gern gestalten. Das klappt schon bei kleinen Kindern. Darum spielen sie gern. Gestaltung und Kooperation, um es etwas materialistisch auszudrücken, ist ein Grundprogramm unserer DNA.

Und genau das gehört wertgeschätzt, gepflegt und gefördert.

Und nun meldete sich der Traumatherapeut in mir zu Wort und sagt: Und genau diese Kompetenz, dieses Können, diese Resource wird zerstört durch die Angst. Die Dissoziation und der Totstellreflex in der Traumareaktion macht die Verknüpfung der verschiedenen Kompetenzarreale im Gehirn unmöglich.

Dann kommt der Ethiker in mir aus seinem Versteck hervor und warnt: Genau! Durch die Konkurrenz, die schon in der Schule beginnt, sich im Erwachsenenleben fortsetzt und der Motor unserer gesamten globalen Wirtschaft ist, leben wir fortwährend in Angst … nämlich zu den Verlierern zu gehören. Permanentes Verlierer-Sein und verstetigte Armut traumatisiert auf Dauer.

Und jetzt kommentiert der Beauftragte für Industrie- und Sozialarbeit: Jetzt weiß ich auch, warum es vernünftig ist, das “Bedingungslose Grundeinkommen” einzuführen: Menschen brauchen Angstfreiheit, um sich zu entfalten. Es könnte gut möglich sein, dass die Abermilliarden von Euro, die nun eingesetzt werden, um alle möglichen Zielgruppen in der Corona-Krise zu retten, besser eingesetzt werden könnten: Ein Grundeinkommen für alle würde die Angst vor der gefährdeten Daseinsvorsorge nehmen. Menschen könnten ihre kreativen Potentiale entfalten, angstfrei und ressourcenvoll kombinieren und Lösungen finden für die höchst komplexen Probleme der globalisierten Gegenwart in Nah und Fern, im Großen und Kleinen.

Ich glaube, wir müssten diesen Impuls weitergeben an die, die auch Politiker*innen in sich verspüren oder es tatsächlich sind.

Herzlich, euer Frank

Written by

Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store