Lebenszeichen von Frank in Corona-Zeiten am 24.3.2020

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Der Himmel über dem Kleinwalsertal vor der Corona-Krise

Heute saß ich in der Sonne auf unsere Terrasse vor dem Haus. Irgendwo in weiter Ferne donnerte ein Düsenjäger. Es war so ungewohnt …

In diesen Corona-Tagen ist der Himmel über dem Kleinwalsertal nicht mehr von Kondensstreifen zerkratzt. Der Himmel atmet auf. In Venedig werden die Kanäle klar und Fische finden sich darin ein. Sogar Delphine sollen sich wieder im Hafen von Triest tummeln. Die ISS nimmt wahr, dass die Stickoxide in den chinesischen Metropolen sichtbar abgenommen haben. Deutschland könnte das diesjährige Klimaziel erreichen.

Heute las ich in der Zeitung, das Allgäuer Anzeigeblatt gehört zur Augsburger Allgemeinen, im Feuilleton: “Schluss mit der sozialen Ungleichheit!”, eine Buchbesprechung über “Kapital und Ideologie” von Thomas Piketty. Das biblische Bekenntnis, dass alle(!) Menschen als geliebte Ebenbilder Gottes erschaffen wurden und darum wertvoll, würdevoll und gleich sind, wurde trotz gegenteiliger Beteuerungen seit der Französischen Revolution nicht eingelöst. Vorher auch nicht! Aber da hatte außer in der Armutsbewegung und dem sogenannten radikalen Flügel der Reformation noch keiner an dieses Menschenrecht gedacht.

Ich denke, die Corona-Krise gibt Zeit und Anlass, um über den inneren Zusammenhang der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Krisen neu nachzudenken. Ich denke erneut, dass sie ein Übungsfeld sein kann für zukünftiges kollektives Handeln für eine bessere Welt.

Alles Gute, euer Frank

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Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

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