Lebenszeichen von Frank in Corona-Zeiten am 2.4.2020

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Eis am Morgen an der Kreuzkirche

Die Nächte sind kalt, die Tage strahlen im Sonnenschein.

Es könnte schlimmer sein.

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Blick auf Hirschegg vor dem Elfer und Zwölfer

Wenn ich meinen täglichen Seelsorge-Rundruf mache, sind die Rückmeldungen auch so ähnlich. Dann finde ich als Seelsorger, dass Zufriedenheit etwas mit innerem Frieden und mit Dankbarkeit zu tun hat. Ich spreche am Telefon in der Tat auch mit Leuten, die zufrieden und dankbar sind, auch wenn die Lage jetzt krisenhaft ist …

Darüber denke ich dann nach … und komme u.a. zu folgenden Dingen, die mir als wichtig auffallen:

  • Ich finde, es ist ein Grund zu Dankbarkeit, dass im Kleinwalsertal bislang keine Epidemiewelle ausgebrochen ist und dass das Virus nicht von den Kleinwalsertaler Skipisten hinaus nach Europa getragen wurde. Hier war nämlich genauso lang Betrieb wie in Ischgl. Ich war auch auf dem Berg. Habe auch dort oben gegessen und getrunken. Es war sehr voll. Wir sind mit der letzten Bergbahn hinunter gefahren. Dann erst leerte sich das Tal.
  • Dankbar bin ich auch, dass in den Zeiten des Kalten Krieges kein atomarer Schlagabtausch stattgefunden hat. Aus dem Rückblick, mit geöffneten Archiven und Zeitzeugen, die darüber reden, wissen wir, wie knapp vor einer Katastrophe, einem Armageddon, die Situation oft war — nicht nur während der Kubakrise. Ich erinnere mich immer noch ganz lebendig daran, wie Michail Gorbatschow im Goldenen Saal in Augsburg anlässlich der Verleihung des Augsburger Friedenspreises auch davon gesprochen hatte. Er wies auf die Vogelschwärme hin, die zwischen Alaska und Sibirien flogen und für das damalige Radar kaum von feindlichen Flugbewegungen zu unterscheiden waren.
  • Dankbar bin ich auch, dass die Prophezeiung von Herbert Gruhl, dem Begründer der ÖPD, bisher nicht eingetroffen ist, dass die Welt in Kürze ökologisch kollabieren würde. Er starb 1993. Ich hatte ihn kurz zuvor in Marktschellenberg bei Berchtesgaden besucht, weil er zu meinem Seelsorgesprengel gehört hat.
  • Ich glaube, dass Gott auch in diesen Corona-Zeiten Gutes mit uns vorhat.
  • Ich finde, er hat uns schon oft vor Schlimmeren bewahrt und uns Zeit geschenkt.
  • Ich finde, wir sollten die geschenkte Zeit gut nutzen und die Dankbarkeit in ethische Entschlusskraft verwandeln.

Written by

Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

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