Lebenszeichen von Frank in Corona-Zeiten am 14.10.2020

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Der Herbst beginnt und es sieht schön aus.

Die Berggottesdienste fallen manchmal aus wegen schlechtem Wetter und/oder mangelnder Beteiligung.

Es fühlt sich nach Nebensaison an.

Im Tal aber gehen die Gefühle mit den Übernachtungs- und Gästezahlen rauf und runter. Dieses Auf-und-Ab wird aber nicht durch Wetterwechsel sondern durch die jeweilige Berichterstattung und aktuelle Rechtslage zur Corona-Pandemie bestimmt.

Heute saß ich mit Ulrike auf der Terrasse in der letzten Herbstsonne dieser Woche. Wir lasen Zeitung und versuchten beide zu ergründen, was man nun darf oder nicht darf, wenn man vom österreichischen Risikogebiet in ein deutsches Risiko- oder Normalgebiet fährt und umgekehrt. Wir konnten die Sätze weder grammatikalisch noch inhaltlich ergründen.

Das erschien uns irgendwie typisch. Ich kann verstehen, dass nun alle beginnen, genervt zu sein.

Zudem ist ja das Kleinwalsertal kein Risikogebiet (mehr), weil es epidemologisch im Moment nicht zu Vorarlberg gehört. Aber wie ist es, wenn wir Kleinwalsertaler in deutsche Risikogebiete kommen?

Heute hatte ich ein seelsorgerliches Gespräch mit einer Person aus Nordrhein-Westfalen. Aber ich kann nicht mit letzter Sicherheit sagen, was in diesem Fall rechtlich gilt.

Heute kam in den Tagesthemen die Nachricht, dass eventuell bundesweite Beherbergungsverbote in Deutschland zu erwarten sind. Dann dürfte das Kleinwalsertal wieder voll werden, sofern noch genügend Hotels und Pensionen geöffnet haben.

Mir wird immer wichtiger, dass unsere Kirchen schon von Anfang an darauf hingewiesen haben, dass das Wort der Zeit “Besonnenheit” heißt. Auf seine Wichtigkeit will ich nochmals hinweisen, besonders vor dem Hintergrund, dass Verschwörungstheorien Konjunktur haben.

Ich habe letzte Woche auch einen Vortrag in Kißlegg dazu gehalten. M.E. stellen sowohl die hysterischen Angstreaktionen als auch die Verschwörungstheorien eine kollektive Traumafolgereaktion mit erheblichen Dissoziationen dar.

Darum sei umso mehr auf den biblischen Vers aus dem zweiten Timotheusbrief, Kapitel 1, Vers 7 hingewiesen:

„Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Viele haben dies beherzigt. Alternative Kommunikationen wurden schnell entwickelt. Auch ich selbst stellte fest, dass ich auf digitalem Weg mehr Menschen erreiche.

Zugleich stellen kirchlich Engagierte fest, dass wir in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so wichtig sind, wie zum Beispiel Baumärkte. Kirchen sind wohl nicht systemrelevant.

Aber zugleich halten wir fest: Gottes Wort ist heilsrelevant. Kirchen sind dafür da, das weiterzusagen in Wort und Schrift, analog und digital, was heilsam ist für Seele und Gesellschaft in Zeit und Ewigkeit.

Dabei kann wieder deutlich werden: Corona ist ein(!) Problem der Menschheit unter mehreren. Es ist nicht das größte Problem, auch wenn es im Moment die meiste Aufmerksamkeit bekommt.

Vorher stand eher der Klimawandel im Mittelpunkt: Greta Thunberg rief zu den „Fridays for Future“ und Menschen auf der ganzen Welt kamen. Doch auch die ökologische Krise ist eine unter mehreren.

Es ist an der Zeit, besonnen wahrzunehmen, dass das Problem der Probleme der Menschheitsfamilie die Aufspaltung in Arm und Reich ist. Hier liegt der Schlüssel, um die anderen verwobenen Probleme auf unserem Planeten wahrnehmen und lösen zu können. Der Friedensnobelpreis für die Welthungerhilfe ist höchst angemessen.

Der Bergprediger Jesus von Nazareth sagt uns klar: „Du kannst nicht zwei Herren dienen. Du musst dich entscheiden: Gott oder Mammon.“

Jesu Worte sind heils- und systemrelevant. Ihre Klarheit bereitet die Lösung für die Menschheitsprobleme vor. Gott verheißt, dass gerechtes Teilen der anvertrauten Güter heilen lässt — einen selbst, die anderen und die Welt. Ich bitte Gott um seinen Segen dazu.

Herzliche Grüße, euer Frank

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