Lebenszeichen von Frank in Corona-Zeiten, 25.02.2021

Es hat mich gefreut, dass das Allgäuer Anzeigeblatt Teile des Interviews mit mir zum Fasten veröffentlicht hat (siehe vorhergehender Eintrag). Die Sätze, die das Fasten mit einer gewissen Todesangst verbinden, haben den Weg in die Zeitung nicht gefunden. Vielleicht klang es ein wenig zu ernst, obwohl ich nach wie vor meine, dass gerade der Einstieg ins Fasten immer auch eine Angstbewältigung ist.

Nun ist Donnerstagabend. Am Freitagmittag werde ich wieder aus dem Fasten aussteigen. Ich denke an die Tage zurück und nehme wahr:

  • Starke Kopfschmerzen zum Beginn. ich denke, hier machte sich der Koffeinentzug bemerkbar. Detox!
  • Körperlich fühle ich mich beweglicher, gelenkiger und leichter. Das gefällt mir.
  • Mein Arbeitsalltag war nicht richtig konfliktfrei. Darum wachte ich nachts häufiger auf mit schweren Gedanken. Zugleich fühle ich, zumindest jetzt im Wachbewusstsein, einen Frieden im Hinblick auf die sachlichen Probleme der Konflikte. Es macht sich eine schöne Ausgeglichenheit und innere Ruhe bemerkbar trotz alledem. dieses erneute Erleben des heiligen “Trotzdem” ist für mich das spirituelle Geschenk dieser Fastentage.
  • Vorhin wollte ich ganz spontan ein Stück Orange essen. Ich merkte gar nicht mehr, dass ich faste und hatte es im Moment ganz und gar vergessen. Das Hungergefühl war verschwunden. Erst kurz vor dem Zugreifen merkte ich, dass an der Aktion wohl irgendetwas nicht stimmt …
  • Ich will wieder ins Essen einsteigen, weil ich wieder Tischgemeinschaft erleben möchte. Die hat mir gefehlt.
  • Ich kann mir vorstellen, in Kürze wieder zu faste, vielleicht in der Karwoche.

Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

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