Ertüchtigung der Kreuzkirche: barrierefrei und energetisch saniert. Update 9.6.2020

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Manche schützen Ohren, manche Mund und Nase: Pfarrer Frank, Betonschneider Luis, Pastoraltheologe Hans, v.l.n.r.

Sorry, ich hatte so einen Muskelkater! Er kam auch immer wieder. Ich habe zeitweise den Schreibtisch mit der Baustelle getauscht, um die Kreuzkirche barrierefrei umzugestalten und zugleich energetisch zu sanieren. Jetzt melde ich mich wieder und danke Hans Suck (s.o.) von der katholischen Schwestergemeinde. Er brachte einen Unterstützungsbeitrag vom Pfingstgottesdienst für die Ertüchtigung der Kreuzkirche mit. Diese geschwisterliche Solidarität finde ich klasse.

Klasse finde ich auch Luis von der Firma Schenk. Er kann Beton und Mauerwerk passgenau durchschneiden. So ersparen wir uns den Presslufthammer in der Kirche. Super!

Die Öffnung für die barrerefreie Außentüre wurde auch schon freigeschnitten und mit einer provisorischen Bautüre versehen. Beeindruckt hat mich, dass die alten Ziegelsteine recycelt werden, um die Fensteröffnung zu schließen, damit die Optik und die Statik des Glockenturms wieder stimmt.

Ich wusste gar nicht, wie viel Platz noch in unserem Technikraum ist! Hinten sieht man schon die Einbauten für die behindertengerechte Toilette. Ein Rollstuhl kann davor wenden und daneben abgestellt werden. Die Türöffnung wurde dazu auch verbreitert und erhält ein Schiebetürblatt. Später.

Bemerkenswert finde ich auch, wie sauber und exakt die Handwerker arbeiten. Kein Baustaub dringt in die Kirche. Gottesdienste können dort stattfinden. Die Corona-Hygiene-Maßnahmen sind viel einschneidender als die Baustelle …

Überhaupt ist es ein tolles Team, das sich aus den Firmen Dobler, Schenk, Jaritz und Wächter, EVK und Berchtold zusammengefunden hat. Alles fügt sich und passt zusammen. Ich bin begeistert. Wenn es bei mir und den anderen zeitlich passt, bringe ich Kaffee auf Bestellung: mit geschäumter Milch und auf Wunsch mit Zucker.

Mittlerweile wurde auch der Dachboden restlos von Styropor, Bauschutt und Sägespänen befreit. Hier liegt etwa ein Drittel bis ein Viertel des gesamten Materials. Es wurde zuerst vom Ehrenamtsteam (siehe vorhergehender Eintrag) und dann auch von Lena und

Ernst in einer unermüdlichen Tochter-Vater-Aktion zusammengeschaufelt und verpackt.

Nun sieht man auf dem Dachboden, dass zwischen den Dachbalken und -brettern relativ breite Spalten sind.

Die Reste habe ich dann zwischen meinen sonstigen dienstlichen Terminen aufgesaugt, damit nichts mehr zwischen den Ritzen in die Kirche rieselt. Nun ist der Dachboden leer und wartet auf eine moderne Dampfsperre, die diffussionsoffen ist. Darauf kommt nachhaltiges Isofloc-Dämmmaterial und ein Bretterbelag, den man begehen kann. Eine ordentlich Dachluke soll auch gefertigt werden, damit man dort Dinge lagern kann, die viel Platz beanspruchen aber nicht oft gebraucht werden.

Ich wusste vorher nicht, wie schwer alte Sägespäne sind. Wolle hat knapp 2 Tonnen entsorgt und fuhr auch ein zweites Mal zum Wertstoffhof. Danke!

Wer will trotz Corona-Zeiten uns dabei finanziell helfen? Es soll alles mit leichtem Herzen geschehen!

Ich bin ganz ehrlich: Wir sind froh, dass wir dieses Projekt gerade noch knapp vor Beginn der Corona-Krise “in trockene Tücher” gebracht haben. Ich glaube, es war wirklich die allerletzte Möglichkeit, die Kreuzkirche baulich für die mittlere Zukunft zu “ertüchtigen”. Da bin ich dankbar und nehme es als “Fügung”.

Aber ich weiß (noch) nicht, wie wir die veranschlagten 50.000,- € Fundraising zusammenbringen sollen, nachdem die Corona-Pandemie vielen Menschen große wirtschaftliche und finanzielle Probleme bereitet und noch bereiten wird. Zudem möchte ich wirklich nicht, dass die Kreuzkirche in eine Konkurrenz tritt zu anderen “mildtätigen Zwecken”.

Für gute Ideen, wie das zu schaffen ist, bin ich offen …

Zugleich wertschätze ich alle sehr, die bereits im Vorgriff(!) und auf vorlaufendes(!) Vertrauen hin, zum Teil drei- und vierstellige Beträge für die Ertüchtigung der Kreuzkirche gegeben haben. Das rührt mich. Danke!

Ich selbst werde zusammen mit anderen Ehrenamtlichen dem Haushalt der Kreuzkirche Erübrigungen ermöglichen, indem wir Hausmeister-, Mesner- und Reinigungsarbeiten ehrenamtlich übernehmen. Dies müsste pro Jahr ein paar tausend Euro ausmachen. So hoffe ich, dass letztlich aus vielen verschiedenen Töpfen ein wunderbares Menue bereitet werden kann.

Herzlich, euer Frank

Written by

Evangelischer Pfarrer, Traumatherapeut und Biker im Kleinwalsertal

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